Projekt Malerarbeiten bei E+K

Für die Erstellung einer Liste von Kirchberger Betrieben, die grundsätzlich bereit sind, Flüchtlinge zu beschäftigen, haben Herr Hauser und ich auch zur Firma E+K Sortiersysteme Kontakt aufgenommen und sind am 3. Juni 2016 von den Herren Herold und Kalmbach zu einem Gespräch eingeladen worden. Dieses ergab, dass eine Beschäftigungsmöglichkeit im Betrieb selbst eher unwahrscheinlich ist. Sie würde voraussetzen, dass ein handwerklich begabter Flüchtling eine sichere Bleibeperspektive in der Nähe hat, da er zunächst in eine spezielle Schweißtechnik eingelernt werden müsste. Wir erfuhren aber, dass E+K bereit wäre, einige Flüchtlinge aus Kirchberg vielleicht drei Wochen lang mit Malerarbeiten an der Fassade und eventuell der Pflege der Außenanlagen zu beschäftigen.

Aus diesem Angebot ist die Idee des Malerprojekts entstanden.

Da nicht vorausgesetzt werden konnte, dass die eventuell interessierten Flüchtlinge mit den hier üblichen Materialien, Techniken und Arbeitsrahmenbedingungen vertraut sind, wurde jemand gesucht, der bereit war, die Flüchtlinge zu Beginn des Projekts zu begleiten und einzuweisen.

Herr Rizzo von der Malerwerkstatt der Sozialtherapeutischen Gemeinschaft Weckelweiler war bereit, den Flüchtlingen eine Hospitation in seiner Werkstatt zu ermöglichen.

Und da nicht von vornherein bekannt war, wer für diese Tätigkeit infrage käme und auch bereit wäre, wurde zusammen mit der Sozialarbeiterin Frau Münch eine Liste mit Namen erstellt und am 8. Juni zur Vorstellung des Projekts eingeladen.

Die Anwesenden - nur einer konnte nicht teilnehmen – sagten alle zu. Sie waren bereit, wenn das Projekt realisiert werden kann, täglich mit dem Fahrrad zunächst zur Hospitation nach Weckelweiler und später zu E+K ins Gewerbegebiet an der Autobahn zu fahren. Dass ihnen der von E+K in Aussicht gestellt Verdienst mit den Asylbewerberleistungen verrechnet werden würde, haben sie ebenso akzeptiert wie die Tatsache, für die Formalitäten (Anträge ausfüllen, Verträge unterschreiben…) weitere Termine nötig sein werden.

Dieses erste Gespräch mit den Flüchtlingen fand statt, noch bevor der rechtliche Rahmen geklärt und eine Verwirklichung der Idee sicher war.

Die Antworten auf die Anfragen bei der Arbeitsagentur und dem Migrationsamt kamen aber rasch und waren positiv. Die Zeiträume und Termine wurden mit der Malerwerkstatt in Weckelweiler und mit E+K abgestimmt und am 18. Juli konnte die Hospitation beginnen – in drei Kleingruppen konnten die Flüchtlinge an jeweils vier halben Tagen bei Malerarbeiten hospitieren.

Drei der Flüchtlinge (mit Rucksack) bei ihrer Ankunft in Weckelweiler
Drei der Flüchtlinge (mit Rucksack) bei ihrer Ankunft in Weckelweiler

Die als Berufserkundungspraktikum vom Amt für Migration Schwäbisch Hall genehmigte befristete Beschäftigung von Flüchtlingen aus dem Adelheidstift in Kirchberg bei der Firma E+K Sortiersysteme begann am Donnerstag, 28. Juli und endete am 31. August 2016.

Die Firma Schönberger aus Ilshofen hatte rechtzeitig das Gerüst aufgebaut und hat in der Folge gelegentlich den Fortgang der Arbeiten begutachtet

Die Flüchtlinge arbeiteten an fünf Tagen in der Woche von 8:00 bis 16:00 Uhr, abzüglich der Pausen also täglich sieben Stunden.

Die acht Praktikanten kurz vor Abschluss der Arbeiten Ende August
Die acht Praktikanten kurz vor Abschluss der Arbeiten Ende August

Die Teilnehmer Sharif Rahmani, Sayed Mubarek Hossaini, Umair Sadiq, Naeem Akhtar, Lateef Adeyemi, Mohammad Amin Arain, Solomon Haggu, Joseph Okko aus Afghanistan, Pakistan, Nigeria, Eritrea uns Syrien waren mit Eifer und Freude dabei und haben positive Rückmeldungen und Lob erhalten.

 

Ihnen für ihre Zuverlässigkeit, der Sozialtherapeutischen Gemeinschaft Weckelweiler für die Möglichkeit der Hospitation, vor allem aber der Firma E+K Sortiersysteme für das „Sonderangebot“ dieses Praktikums sei hier im Namen des Freundeskreises Asyl Kirchberg herzlich gedankt.

 

Bernard Cantré